Darf es ein bischen Mehr sein?
Vor ein paar Wochen hatte ich ein intensives Gespräch mit einem Pensionär, der sich intensiv mit geistlichen Fragen auseinander setzt. Es war interessant dem alten Herrn zuzuhören. Besonders seine Ausführungen über den Glauben und das Leben von Dietrich Bonhoeffer hat mich neu inspiriert. Mein Ruheständler bezeichnet sich als “Liberaler” wenn es um die Theologie geht, hat aber dann auch wieder an manchen Stellen Grundsätze, die jedem Evangelikalen gut zu Gesicht gestanden hätte. Folgende Sätze haben mich nachdenklich gemacht, als er sagte: “… nicht alles in eurem CVJM finde ich gut, das mit dem amerikanischen WillowCreck und der oberflächlichen Lobpreismusik…”
Nun über der Willow-Kritik stehe ich mittlerweile, dafür habe ich bei Willow schon zu viel gelernt, aber das mit der “Oberflächlichkeit der heutigen Lieder” hat mich schon gefuxt. Ich wollte ihm noch immer mal eine Gegenüberstellung machen, die das Gegenteil beweist. (Hat jemand sowas??)
Jetzt stößt aber Michael Herbst im letzten WillowCreek Kongress in das gleiche Horn:
“…Nach seiner Überzeugung müssen Gemeinden mehr darauf achten, dass ihre Leitung auch lehrt. „Wir müssen von der ‚Milchfläschchen-Kita’ zur ‚Schwarzbrot-Schule’ kommen.“ Glaube und Predigt müssten wieder mehr an Tiefe gewinnen – „es geht nicht nur darum, dass wir unterhalten und von der Liebe Gottes getröstet werden.“ Das betrifft nach seiner Einschätzung auch neue Gemeinde-Lieder, die mitunter nicht die Tiefe eines Liederdichters Paul Gerhardt hätten.”
Wow!
Dazu passt die Aufforderung eines erfahrenen Geistlichen, mit dem ich letztens ein sehr intensives Gespräch führen durfte. Er sagte: “Ihr im CVJM habt die Unabhängigkeit eines freien Werkes… nutzt diese Freiheit von volkskirchlichen Randbedingungen… macht die Bibel unter jungen Menschen wieder neu bekannt. Setzt euch ein für ein vom Geist Gottes geleitetes Bibelverständnis….”
Er hat die CVJMs, egal wo sie gerade ihre Arbeitsschwerpunkte haben, dazu eingeladen, ein Alternativangebot zu bieten zu den allgegenwärtigen historisch kritischen Bibelauslegungen in Schule, Gesellschaft und leider auch vielen Kanzeln. Es dürfte spannend sein, was passieren würde, wenn sich alle CVJMs in Deutschland dieser Herausfordung wieder neu stellen würden. Jugendarbeit im Kontext der Postmoderne, mit Tiefgang und Klarheit und in staunender Erwartung… (und vielleicht wird darin auch ein Paul Gerhard wieder einen angemessenen Platz mit seinen Liedern finden)
